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Flügel für Ikaros
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Ailes pour Icare
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Wings for Ikaros
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Dreamer — Moritz de
Ich muss hier schleunigst weg. Weg aus diesem verfluchten Land, das mich und meine Artgenossen so schlecht behandelt. Das Zielland ist nicht weit weg, ich muss nur diesen verdammten Ozean überqueren und schon bin ich in Freiheit und Sicherheit.
„Du bist eine Träumerin! Das kannst du nicht schaffen“, sagte meine Mutter. „Der Ozean ist viel zu groß und wie überhaupt willst du ihn überwinden? Willst du etwa darüber fliegen?“, fragte sie scherzhaft und blickte mich ein wenig spöttisch an.
Ja, genau! Ich werde darüber fliegen, dachte ich nur, aber erwiderte nichts.
Meine Mutter fuhr fort: „Warum willst du überhaupt zurück? Alle jungen Katzen wollen doch hier her, ins gelobte Land, nur du nicht. What‘s wrong with you?“
„Für dich ist es vielleicht das gelobte Land, Mutter, doch ich habe von Ländern gehört, wo man als Katze ein viel schöneres Leben hat, wo man nicht ständig abwertend angeschaut wird und die gleichen Rechte wie alle andern hat,“ sagte ich und verschwieg ihr bewusst die anderen Bilder, die ich von meinem Katzenschlarafenland noch hatte. Sheba-Thunfischdosen, die an Bäumen wuchsen, Berge aus Trockenfutter mit Putengeschmack und ganze Seen mit alpenländischer Milch mit 3,8 Prozent Fettgehalt. Und das war nur der Anfang, mein Kumpel Antonio erzählte mir, dass dort Katzen sogar als Haustiere gehalten würden, sie würden ständig gestreichelt und gehätschelt und dürften machen was sie wollen.
„Ich fühle mich hier von der neuen Regierung einfach nicht ordentlich vertreten. Die feindliche Haltung gegenüber der Globalisierung, die Verfolgung Andersdenkender, die Verbalattacken gegen die Presse und gegen alles, was einem so einfällt, wenn der Tag lang ist, und dann die Mauer, diese lächerliche Mauer!“
„Und wie willst du dort bitte dein Geld verdienen?“, fragte meine Mutter und rollte mit den Augen.
Ich war kurz davor ihr zu erzählen, was ich von Antonio wusste: Katzen müssten gar nichts tun, außer süß auszusehen. Wir müssten einfach nur nett aus der Wäsche gucken, hätte ich ihr gerne gesagt.
Mutter blicke mich immer noch mit großen Augen an.
„Ich werde schon etwas finden. Ich muss mein Leben selber in die Hand nehmen, so wie du es getan hast um hierher zu kommen.“
Daraufhin fing Mutter an zu erzählen, wie sie in das gelobte Land immigriert ist und sich ihren Traum erfüllte. Doch ich hörte nicht gut zu, ich wurde abgelenkt von einem Piepton. Antonio schickte mir gerade ein neues Video von sich. Er hatte eine Goldkette um seinen Hals, lag in dem Arm von irgendjemanden und wurde ausgiebig gekrault und ordentlich durchgestreichelt. Während Mutter weitererzählte, bastelte ich in Gedanken an meiner Ausrüstung für die Überfahrt. Ich müsste einfach nur ein paar dutzend Pfauenfedern mit Wachs zusammenkleben und an meinem Rücken befestigen und einen kleinen rotierenden Motor an meinem Schwanz.
„Du darfst mit dem Federn aber nicht zu nah an die Sonne ran,“ sagte mir Antonio immer wieder, „sonst gibt es ein großes Katzengejammer“.
„Du bist eine Träumerin! Das kannst du nicht schaffen“, sagte meine Mutter. „Der Ozean ist viel zu groß und wie überhaupt willst du ihn überwinden? Willst du etwa darüber fliegen?“, fragte sie scherzhaft und blickte mich ein wenig spöttisch an.
Ja, genau! Ich werde darüber fliegen, dachte ich nur, aber erwiderte nichts.
Meine Mutter fuhr fort: „Warum willst du überhaupt zurück? Alle jungen Katzen wollen doch hier her, ins gelobte Land, nur du nicht. What‘s wrong with you?“
„Für dich ist es vielleicht das gelobte Land, Mutter, doch ich habe von Ländern gehört, wo man als Katze ein viel schöneres Leben hat, wo man nicht ständig abwertend angeschaut wird und die gleichen Rechte wie alle andern hat,“ sagte ich und verschwieg ihr bewusst die anderen Bilder, die ich von meinem Katzenschlarafenland noch hatte. Sheba-Thunfischdosen, die an Bäumen wuchsen, Berge aus Trockenfutter mit Putengeschmack und ganze Seen mit alpenländischer Milch mit 3,8 Prozent Fettgehalt. Und das war nur der Anfang, mein Kumpel Antonio erzählte mir, dass dort Katzen sogar als Haustiere gehalten würden, sie würden ständig gestreichelt und gehätschelt und dürften machen was sie wollen.
„Ich fühle mich hier von der neuen Regierung einfach nicht ordentlich vertreten. Die feindliche Haltung gegenüber der Globalisierung, die Verfolgung Andersdenkender, die Verbalattacken gegen die Presse und gegen alles, was einem so einfällt, wenn der Tag lang ist, und dann die Mauer, diese lächerliche Mauer!“
„Und wie willst du dort bitte dein Geld verdienen?“, fragte meine Mutter und rollte mit den Augen.
Ich war kurz davor ihr zu erzählen, was ich von Antonio wusste: Katzen müssten gar nichts tun, außer süß auszusehen. Wir müssten einfach nur nett aus der Wäsche gucken, hätte ich ihr gerne gesagt.
Mutter blicke mich immer noch mit großen Augen an.
„Ich werde schon etwas finden. Ich muss mein Leben selber in die Hand nehmen, so wie du es getan hast um hierher zu kommen.“
Daraufhin fing Mutter an zu erzählen, wie sie in das gelobte Land immigriert ist und sich ihren Traum erfüllte. Doch ich hörte nicht gut zu, ich wurde abgelenkt von einem Piepton. Antonio schickte mir gerade ein neues Video von sich. Er hatte eine Goldkette um seinen Hals, lag in dem Arm von irgendjemanden und wurde ausgiebig gekrault und ordentlich durchgestreichelt. Während Mutter weitererzählte, bastelte ich in Gedanken an meiner Ausrüstung für die Überfahrt. Ich müsste einfach nur ein paar dutzend Pfauenfedern mit Wachs zusammenkleben und an meinem Rücken befestigen und einen kleinen rotierenden Motor an meinem Schwanz.
„Du darfst mit dem Federn aber nicht zu nah an die Sonne ran,“ sagte mir Antonio immer wieder, „sonst gibt es ein großes Katzengejammer“.
Wings For Ikaros — Kenneth en