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Freund und Feind
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Ami et ennemi
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Friend and foe
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Freund und Feind — Kater Carlos de
Was wissen wir schon? Was wissen wir von Freunden und Feinden, wenn wir keinen von beiden kennen?
Ich meine, jeder glaubt, man könne Freunde findend sich Feinde machen. Das entwickelt sich dann schon irgendwie, denken wir
ist nicht lange her, als ich vor dem Spiegel stand, meinem Fremden ich in die Augen sah und mich fragte, wie es denn bei mir war. Freund oder Feind?
Ich stand dort, es müssen wohl Stunden gewesen sein, und verglich mich mit denen, die ich Freunde nannte.
Nett sah ich aus, soweit ich das beurteilen konnte, wenn man von den stets nach unten gezogenen Mundwinkeln absah. Sie waren einfach so, ganz ohne Absicht. Ob ich auch hilfsbereit war und loyal, das war schwieriger zu erkennen. Nein, egal wie lange ich mich anstarrte, es gab keinen Hinweis darauf. Da würde ich mir wohl einfach vertrauen müssen.
Feinde hatte ich viele, glaube ich. Ich hatte die Fähigkeit schnell zu erkennen, wer mir wohlgesinnten war und wer nicht. Vielleicht, ganz vielleicht, lag ich manchmal falsch, das dachte ich zumindest, als ich so vor dem Spiegel stand.
Ich hatte große blaue Augen, sehr schöne Augen, sagte man mir, hatte man mir immer gesagt.
Aber sie an jemand anderem zu sehen, der mir aufeinmal einen skeptischen Blick zuwarf, das machte mich wütend. Oder traurig oder neidisch.
Manche muss ich auch gar nicht gesehen haben, um sie als Feind zu betrachten. Da überließ ich das Urteil lieber anderen, ist auch viel sicherer und tut niemanden weh.
Nun wusste ich immer noch nicht, wer ich war, Freund oder Feind. Das ist zu schwierig, dachte ich, dauert zu lang. Im Endeffekt muss ich es auch gar nicht wissen. Diese Entscheidung wird sowieso getroffen werden, wenn auch nicht von mir. Von anderen, und mögen sie mir noch so ähnlich sein.
Ich meine, jeder glaubt, man könne Freunde findend sich Feinde machen. Das entwickelt sich dann schon irgendwie, denken wir
ist nicht lange her, als ich vor dem Spiegel stand, meinem Fremden ich in die Augen sah und mich fragte, wie es denn bei mir war. Freund oder Feind?
Ich stand dort, es müssen wohl Stunden gewesen sein, und verglich mich mit denen, die ich Freunde nannte.
Nett sah ich aus, soweit ich das beurteilen konnte, wenn man von den stets nach unten gezogenen Mundwinkeln absah. Sie waren einfach so, ganz ohne Absicht. Ob ich auch hilfsbereit war und loyal, das war schwieriger zu erkennen. Nein, egal wie lange ich mich anstarrte, es gab keinen Hinweis darauf. Da würde ich mir wohl einfach vertrauen müssen.
Feinde hatte ich viele, glaube ich. Ich hatte die Fähigkeit schnell zu erkennen, wer mir wohlgesinnten war und wer nicht. Vielleicht, ganz vielleicht, lag ich manchmal falsch, das dachte ich zumindest, als ich so vor dem Spiegel stand.
Ich hatte große blaue Augen, sehr schöne Augen, sagte man mir, hatte man mir immer gesagt.
Aber sie an jemand anderem zu sehen, der mir aufeinmal einen skeptischen Blick zuwarf, das machte mich wütend. Oder traurig oder neidisch.
Manche muss ich auch gar nicht gesehen haben, um sie als Feind zu betrachten. Da überließ ich das Urteil lieber anderen, ist auch viel sicherer und tut niemanden weh.
Nun wusste ich immer noch nicht, wer ich war, Freund oder Feind. Das ist zu schwierig, dachte ich, dauert zu lang. Im Endeffekt muss ich es auch gar nicht wissen. Diese Entscheidung wird sowieso getroffen werden, wenn auch nicht von mir. Von anderen, und mögen sie mir noch so ähnlich sein.